4. Dezember 2021

Der globale 100 Milliarden Euro-Markt

Foto: JOCA_PH | Shutterstock

Streamingdienste und Mediatheken erobern die Wohnzimmer

Was die Entwicklung und Nutzung von Medien angeht, gibt es im Jahr 2021 zwei Gewinner: die Streamingdienste und die sozialen Netzwerke. Dabei hält der Abwärtstrend für Printmedien und konventionelles TV weiterhin an. Wobei: Die öffentlich-rechtlichen und privaten TV-Sender haben dieses Manko erkannt und ihre Mediatheken in den vergangenen 12 Monaten attraktiv „aufgerüstet“. Laut „Statista“ nutzen 29% der Deutschen über 18 Jahre das Angebot von Mediatheken: 8% täglich, 30% einmal bzw. mehrmals in der Woche, 16% einmal bzw. mehrmals im Monat, 11% seltener…

Bei den Bezahldiensten sind die Anbieter Netflix, Amazon Prime und Disney Plus am beliebtesten. ZDF und ARD sind dem Trend von „Entertainment on Demand“ gefolgt – die beiden öffentlich-rechtlichen TV-Sender haben mit ihren ausgebauten Mediatheken jeweils eine Reichweite von gut 50%. Der Vorteil für alle Konsumenten: Die Nutzung dieser Angebote ist kostenfrei!

Eigene Netflix-Serien binden die User als Fans an den Streaming-Dienst

Beim bezahlten Streaming gab es eine Verschiebung unter den Branchenriesen: War Amazon Prime Video 2017 noch alleiniger Marktführer, muss er sich den Spitzenplatz jetzt mit Netflix teilen. Der „Cocooning“-Trend, also das Zuhausebleiben, letztlich auch motiviert durch die Corona-Pandemie, hat die Nutzung der Streaming-Dienste befeuert. Gleichermaßen wurde das Wachstum dadurch gefördert, dass Kinos aus Hygienegründen in den vergangenen zwei Jahren weitestgehend geschlossen bleiben mussten. Die Zahl der Abonnenten von Netflix stieg gegenüber dem Vorjahr weltweit um ca. 32 Millionen auf rund 204 Millionen. Nicht zuletzt gelang das mit selbst produzierten Serien wie „Tiger King“ oder „The Crown“, die als Blockbuster wirkten. Der Umsatz von digitalem Homevideo lag 2010 in Deutschland gerade einmal bei 43 Mio. Euro – heute können die Anbieter Umsätze von über 470 Mio. Euro verbuchen.

Netflix hat seine eigenen Prognosen 2020 übertroffen: Gegenüber dem Vorjahr stiegen die Erlöse im vierten Quartal auf rund 6,6 Mrd. US-Dollar, was ein Wachstum von mehr als 20% beinhaltet. Der Gesamtumsatz betrug rund 25 Mrd. US-Dollar.

Print und ePaper: Zeitungen aussterbendes Medium?

Das Medium mit der größten Reichweite ist national auch weiterhin das Radio. Der Sinkflug von Zeitungen hält dagegen weiter an: 2014 gaben 94% der Befragten noch an, Zeitung oder ePaper zu lesen – 2020 sank dieser Wert auf 75%. Laut einer Umfrage von Bitkom, dem Branchenverband der deutschen Informations- und Telekommunikationsbranche, nutzten im Jahre 2020 bereits 53% der Deutschen bezahlbare Video-on-Demand-Angebote.

Das Umsatzvolumen von Streamingdiensten weltweit liegt aktuell bei schätzungsweise 58 Mrd. Euro. Bei einem geschätzten Wachstum von jährlich 10% dürfte sich aus dieser Prognose für 2026 ein Wert von knapp 95 Mrd. Euro ergeben. Der Durchschnittserlös pro Nutzer beträgt jährlich ca. 54 Euro.

Kinoerlebnis rund um die Uhr im eigenen Wohnzimmer

Seit einiger Zeit veröffentlicht Netflix die Charts seiner beliebtesten Filme und Serien: Nach aktuellem Stand (12/2021), veröffentlicht durch das PC-Magazin, führt in Deutschland die Science-Fiction-Serie „Lost in Space“ die Hitliste an, gefolgt von der Japan-Saga „Kimetsu no Yaiba“ und dem Krimi-Dauerbrenner „S.W.A.T.“. Bei den Filmen hat den Spitzenplatz das Drama „The Power of the Dog“ erobert. Dahinter reihen sich die romantischen Komödien „Single All the Way“ und „A Castle for Chrismas“ ein.

Bei Amazon Prime sind die „Burner“ derzeit „Knives Out“ mit Top-Stars wie Daniel Craig und Ana De Armas oder „1917“ mit Dean-Charles Chapman und George MacKay. 2010 nutzten 72% der deutschen das Internet – heute sind es 88%. Die Aktivitäten im Netz –am beliebtesten ist die Kommunikation via Mail und Messenger-Diensten –  erfolgen seit 2018 öfter mit dem Smartphone als mit dem Computer oder Laptop, geschuldet der technischen Entwicklung der Mobiltelefone, der günstigen Anschaffungspreise sowie den niedrigen Mobilfunkpreisen.

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