12. Januar 2022

Kälteschocks beim Eisbaden sorgen für Glücksgefühle

Foto: Shutterstock / Inga Gedrovicha

Körperliche Abhärtung soll Erkältungsviren vorbeugen

Alle Jahre wieder kommen Weihnachten, Neujahr und Ostern. Die beiden christlichen Feste – man soll es kaum glauben – exakt am selben Tag. In jedem Jahr, davon kann man auch ausgehen, sind die Medien wieder voll von Berichten und Reportagen über die Stärkung des menschlichen Immunsystems. Die Corona-Pandemie hat diese Berichterstattung befeuert! In Foren der sozialen Netzwerke wird sogar kurios darüber diskutiert, ob körperliche Abhärtung dem Virus trotzen kann…

Wissenschaftlich ist bisher allerdings nicht bewiesen, dass Kälteschocks überhaupt vor Infekten oder Krankheiten schützen. Jedenfalls kann ein abgehärteter und gut durchtrainierter Körper mithelfen, Erkältungen abzuwehren, da sind sich allerdings die Experten einig. Und außerdem: Ein gutes Körpergefühl trägt ja auch zur guten Befindlichkeit bei.

Eisbaden liegt im Trend

Den Körper mit Kälteschocks für das Immunsystem gegen Viren fit zu machen, geht auf vielfältige Art und Weise: beim Joggen in Eiseskälte, mit Kaltduschen frühmorgens, nach dem Saunagang oder beim Baden in eisigen Gewässern. Vom leichtbekleideten Laufen bei Minus-Temperaturen ist allerdings abzuraten – das Verletzungsrisiko für Sehnen, Bänder und Gelenke ist schlichtweg zu hoch.

Die „Apotheken Umschau“, das Printmedium mit der Millionenauflage in Deutschland, hat für eine Reportage die Journalistin in den „3 Grad warmen Walchensee“ springen lassen. Das Zauberwort heißt Eisbaden! In den skandinavischen Ländern und Russland quasi Volkssport, gewinnt diese Art der persönlichen Abhärtung inklusive ausgeprägter Überwindung des eigenen Schweinehundes hierzulande immer mehr FreundInnen. Diese Fangemeinde schwört darauf, sich durch Kältereize abzuhärten, um Krankheiten vorzubeugen. In Düsseldorf verbinden die Jecken alljährlich das Neujahrsschwimmen der DLRG im Rhein mit dem Karneval. Zum Lifestyle in den Karnevalshochburgen gehört beim Winter-Badespaß das passende Kostüm.

Alljährliches Neujahrsschwimmen - Eisbaden in Düsseldorf
Eisbaden in Düsseldorf (Screenshot YouTube faz)

Freigesetzte Stresshormone sorgen nach dem Eisbad für Glücksgefühle

Klar ist allerdings: Wer in eisige Gewässer springt, sollte einen stabilen Kreislauf, ein gesundes Herz und keine Gefäßerkrankungen haben. Zudem gilt in der entsprechenden Fan-Community das Gesetz: zur eigenen Sicherheit niemals alleine ins eisige Nass steigen. Und was ist der Kick dabei? Beim Eintauchen werden Stresshormone freigesetzt, die nach dem Bad für ein körperliches Hochgefühl sorgen. Dabei ist immer zu vermeiden, dass man auskühlt. Der Rat der Profis: Aus warmer Kleidung und gut gewärmt ins eiskalte Nass begeben, danach sofort wieder die warme Kleidung anziehen. Und nicht vergessen – Mütze tragen, damit der Kopf langsamer auskühlt. Was beinhaltet: Den Kopf immer über Wasser halten!

Die Renaissance der Kneipp'schen Kuren

Die Kneipp'schen Stiftungen im oberbayerischen Bad Wörishofen zelebrieren mit ihren Kurangeboten die Befindlichkeit des menschlichen Körpers in der unmittelbaren Natur.

Die „Apotheken Umschau“ zitiert in ihrem Artikel deren medizinischen Leiter. Aus Sicht von Dr. Hans-Jörg Ohlert unterstützt die Abhärtung eine Anpassungsfähigkeit der menschlichen Gefäße an kühleres Wetter. Anfänger beim Abhärten wie beispielsweise Menschen, die den ganzen Tag in wohltemperierten Büros sitzen, „… sollten aber darauf achten, die Anpassungsreaktion des Körpers mit milden Reizen langsam zu steigern. Denn wer Kältereize nicht gewohnt ist und sich morgens unter die eigene Dusche stellt oder nackt in den frisch gefallenen Schnee hinausrennt, wird nicht fitter, sondern erst einmal krank.“ Startern rät er, das Ganze langsam anzugehen: mit Wechsel-Fuß- oder -Armbädern, darauf aufbauend kalten Teilgüssen, alles unter der Brause im eigenen Bad problemlos umsetzbar.  Dazu gehört auch das Kneipp'sche Schnee- oder Tautreten: Barfußlaufen im taufrischen Gras oder frischen Schnee stärkt die Abwehrkräfte und regt den Kreislauf an. Der durchblutungsfördernde Effekt gilt auch für die Schleimhäute, weswegen es Erkältungsviren schwer haben, sich in der Nase festzusetzen

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